Allergien – Klinische Studien für Betroffene

Tränende Augen, juckende Haut und Hustenanfälle, das sind nur einige der Symptome unter dessen viele Allergiker leiden. Die Beschwerden sind häufig lästig und schränken Betroffene im Alltag deutlich ein. Deshalb müssen Patienten häufig langfristig Medikamente einnehmen: gefürchtet ist zudem der lebensbedrohliche allergische Schock.

Die einzige bisher bekannte Form der langfristigen Heilung, ist die Hyposensibilisierung. Allerdings kann diese mehrere Jahre dauern und ist längst nicht bei allen Betroffenen von Erfolg gekrönt. Auch ist diese nicht bei jeder Allergie möglich.

Fortschritte der Forschung

 

Forscher suchen stetig nach neuen und besseren Formen der Behandlung und Heilung. Viele Teilnehmer nehmen jährlich an Allergie-Studien teil, und haben somit oft die Chance als einer der Ersten von erfolgsversprechenden Therapien zu profitieren. Gleichzeitig hilft die Teilnahme, die Behandlung aller Allergie-Patienten zu verbessern.

Die Hyposensibilisierung, die als erfolgsversprechendster Durchbruch in jüngster Zeit gesehen wurde, lässt Betroffene in sehr kleinen Mengen den Stoff einnehmen, die die Allergie auslöst. Dadurch gewöhnt sich der Körper langsam daran und reagiert nicht mehr mit einer Allergie.

In den meisten Fällen muss der Stoff gespritzt werden, selten können auch Tabletten oder Tropfen eingenommen werden. Studien belegen, dass eine Hyposensibilisierung Beschwerden wie Schnupfen und Hautausschlag deutlich lindert. Wer nicht an chemischen Lösungen interessiert ist, versucht es oft mit Mitteln, die zu einer schnellen Linderung führen, wie z.B. Produkte von klarifyme.de.

 

Aktuelle Trends in Studien

 

Aktuelle Studien untersuchen, wie man die Hyposensibilisierung weiter verbessern kann. Bisher kann sie nicht alle Betroffenen heilen. Auch bei älteren Menschen kann sie nicht angewendet werden. Zudem wird daran gearbeitet, diese deutlich zu verkürzen, da sie im Moment meist 3 Jahre dauert.

Weitere Studien untersuchen, wie man die Entstehung von Allergien verhindern kann. Besonders bei Nahrungsmitteln spielt das eine große Rolle.

 

Neue Gene für Allergie-Risiko entdeckt

 

Forscher untersuchten die Gene von 180.000 Patienten und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Risiko für Neurodermitis, Heuschnupfen und Asthma meist gemeinsam vererbt wird.

 

Ein Heuschnupfen kommt selten allein: Allergische Erkrankungen hängen oft zusammen, da es nach Meinung der Forscher mit den Genen zusammenhängt.

Doch gibt es Gene, die das Risiko für alle Allergien erhöhen, oder bedingt eine allergische Erkrankung die Andere?

Bislang befassen sich genetische Studien mit den einzelnen allergischen Erkrankungen. Für die sogenannte SHARE-Studie, die weltweit größte Allergie-Studie, wurde jetzt ein neuer Ansatz gewählt. Die in ”Nature Genetics” veröffentlichte Studie eines Forschungskonsortiums hat die drei häufigsten allergischen Erkrankungen, Neurodermitis, Heuschnupfen und Asthma, gemeinsam ins Visier genommen.

Dadurch konnte nachgewiesen werden, dass eine Vielzahl von Genen das Risiko für alle drei Erkrankungen erhöht. Insgesamt wurden unter 360.000 Studienteilnehmern 136 mit Allergien assoziierte Genregionen gefunden, von denen 73 zum ersten Mal in diesem Zusammenhang beschrieben werden.

In der weltweit größten Studie zu genetischen Risiken allergischer Erkrankungen wurden die in den Genomen von 180.000 Patienten identifizierten Varianten mit denen von 180.000 Kontrollpersonen verglichen.

Insgesamt wurden 136 Genregionen identifiziert, die das Risiko erhöhen, eine oder mehrere allergische Erkrankung zu entwickeln. Diesen konnten 244 mögliche Krankheitsgene zugeordnet werden, von denen die meisten an der Regulation des Immunsystems beteiligt sind. Offenbar gibt es eine genetische Prädisposition für die Überreaktion des Immunsystems, die allen allergischen Erkrankungen gemeinsam ist. Ob es letztendlich zu einer Allergie kommt und zu welcher, hängt wahrscheinlich von weiteren genetischen Faktoren und von Umwelteinflüssen ab. Für 16 der identifizierten Gene sind Veränderungen der DNA durch Methylierungen bekannt, die durch Umweltfaktoren ausgelöst werden und zur Genregulierung beitragen.

 

Neue Ansätze

 

”Die Ergebnisse dieser Studie liefern eine Erklärung dafür, warum bestimmte Personen besonders anfällig für Allergien sind. Meistens würde das Risiko für alle drei Erkrankungen Ekzem, Heuschnupfen und Asthma vererbt. Neue gezielte therapeutische Ansätze würden sich somit gegen alle drei Erkrankungen richten. Interessanterweise werden 34 der identifizierten Gene bereits als Zielmoleküle für Medikamente untersucht, im Zusammenhang mit neuen Therapien gegen Allergien, Autoimmunerkrankungen oder Krebs.

 

Entwicklungen

 

Während zu Beginn des 20. Jahrhunderts Allergien noch selten waren, sind mittlerweile 150 Millionen Menschen in Europa betroffen. Eine Entwicklung, die ihren Höhepunkt noch nicht erreicht haben dürfte. Bei 20-25 % der Bevölkerung sind schon einmal allergische Symptome aufgetreten, etwa 35 % weisen eine erhöhte Anfälligkeit auf. Während die Pollenallergie mit 1,7 Millionen Betroffenen die häufigste allergische Erkrankung ist, leidet jedes fünfte Kind in den ersten Lebensjahren an Neurodermitis. Im Jahr 2015 mussten aufgrund von starken allergischen Reaktionen siebenmal so viele Europäer ins Krankenhaus eingewiesen werden wie noch zehn Jahre zuvor.

 

Wer nach den Gründen für den rasanten Anstieg fragt, kommt zu einem ernüchternden Schluss: Die Wissenschaft sucht noch immer nach Erklärungen. So manche Studie, die einen eindeutigen Auslöser propagiert, wird nach kurzer Zeit widerlegt. So gibt es anstelle klarer Antworten eine Vielzahl von Theorien, die die Verschlechterung unserer Immunabwehr erklären wollen.