Healthineers geht an die Börse

Ein neues Schwergewicht im DAX? Mit Spannung blickt die Anlegerschaft in diesen Tagen auf den IPO-Kalender, denn ein ganz besonderer Kandidat kündigt sich an, das ehrwürdige Frankfurter Börsenparkett zu betreten. Nachdem in den Vereinigten Staaten die Regulierungen in Folge der Finanzkrise wieder sehr stark angezogen wurden und gerade große, institutionelle Anleger zunehmend global operieren, hat der Vorstand von Siemens Michael Sen sich letztendlich entschieden, seine Medizintechniksparte an einem heimischen Börsenplatz listen zu lassen. Die Tatsache, dass Frankfurt einer der bedeutendsten Handelsplätze der Welt ist, die Euronext noch immer im mittleren Bereich vor sich hin dümpelt und London durch den Brexit zunehmend an Bedeutung verliert, wird sein Übriges dazu beigetragen haben. So blickt die Welt dieser Tage mit Spannung auf das bis jetzt nur in einschlägigen Kreisen bekannte Tochterunternehmen des Siemens-Konzerns. Bei einem durch Analysten auf 40 Milliarden Euro geschätzten Wert des Unternehmens sehen wir auf einen der größten Börsengänge der Geschichte der Frankfurter Börse hin.

Medizintechnik – Aktueller denn je

Betrachten wir vergleichbare Börsengänge des letzten Jahres, beispielsweise Innogy, fällt vor allem eins auf: die Bewertung. Mit 20 Milliarden Euro wurde Innogy seinerzeit gerade einmal mit der Hälfte bewertet. Und konnte doch am ersten Handelstag einen beachtlichen Preis von 36 Euro erzielen. 5 Milliarden brachte der Börsengang RWE damals ein. Was der erfolgreichste der letzten 16 Jahre war. Nun schickt sich Siemens an, diesen Superlativ noch einmal zu überbieten. Zieht man in Betracht, dass die Innogy Aktie nach einem kurzen Rücksetzer auf 32 Euro eine sehr stabile Entwicklung auf 40 Euro vollzog, kann davon aufgegangen werden, dass auch die Healthineers Aktie für die Anleger eine Erfolgsgeschichte wird. Allein die Bewertung von 40 Milliarden Euro spricht für sich. Und bei einem profitablem Sektor wie der Medizintechnik, kann von einem gesunden Kurs/Gewinn Verhältnis sowie von einer angemessenen Dividende zur Hauptversammlung ausgegangen werden. Insgesamt haben sich die Sektoren Medizin und Gesundheit in den letzten Jahren nicht nur als sehr stabil erwiesen, sondern zeigten auch eine ausgesprochene Resistenz gegen die Unwägbarkeiten und Turbulenzen der letzten Jahre an den Märkten.

Das Frühjahr wird spannend

Nach Aussage von Siemens will man bis zum März 2018 alle Formalitäten unter Dach und Fach haben. In Frankfurt dürfte dieser Börsengang ganz weit oben auf der Prioritätenliste stehen. Weshalb davon ausgegangen werden kann, dass die Aktien noch im ersten Halbjahr des kommenden Jahres in den Handel gehen. Sind die Aktien erst im Handel, ergibt sich für Healthineers in Zukunft die Möglichkeit, weitere Marktanteile durch die Übernahme von Wettbewerbern zu erobern, welche das Unternehmen seinerseits in Aktien bezahlen kann. Das dürfte im kommenden Jahr für Gesprächsstoff sorgen. Der vorausschauende Anleger wird wahrscheinlich schon auf der Lauer liegen, um mögliche Übernahmekandidaten ausfindig zu machen. Denn eins ist sicher: Healthineers wird sich nicht mit dieser Notierung zufriedengeben. Die besten Jobs für Fachärzte finden sich, und das ist gar kein Geheimnis, selten in den Stellenausschreibungen. Wer bei Healthineers aber einmal den Fuß in die Tür bekommen hat, wird für seine Leistungen mehr als angemessen vergütet. Healthineers zahlt gut. Alle wissen das.